Sehr geehrte Frau Scherling,

ein solches Ereignis, wie der Verlust des Vaters, führt mitunter dazu, sich alter Eigenheiten zu besinnen – und vielleicht alter, aber guter Werte wie dem eines handgeschriebenen Briefes. Kein Wunder, dass in unserer Computer animierten Welt mittlerweile die Handschriften verblassen, und so bitte ich um Nachsicht, falls Sie das eine oder anderer Wort nicht auf Anhieb lesen können.

Es ist mir ein großes Bedürfnis, Ihnen meinen herzlichen Dank zu übermitteln, sowohl für eine großartige Rede, als auch für das wunderbare Arrangement, an dem das Bestattungsinstitut und das Blumenhaus maßgeblichen Anteil hatten. Weil alle Trauergäste aus Nah und Fern denselben höchst positiven Eindruck mit nach Hause genommen haben, kann nicht nur ich Ihr "Team" für solch schmerzliche Fälle wirklich nur weiter empfehlen. Bitte übermitteln Sie allen Beteiligten dieses unisono ausgesprochene Lob, verbunden mit einem herzlichen Dankeschön.

Da ich beruflicherseits selbst genügend Erfahrungen sammeln durfte, Reden und Grußworte für andere und über andere Personen zu schreiben, die ich oft genug nur flüchtig oder gar nicht kannte, glaube ich recht gut einschätzen zu können, wie schwierig es ist, eine Trauerrede so zu verfassen, dass die betroffenen Personen, allen voran der Verstorbene, gewürdigt werden, ohne seine komplizierten Seiten zu missachten, aber eben auch ohne die mehr oder minder geschlossenen Wunden einer gemeinsamen Vergangenheit aufzureißen. Insofern war es von vornherein für Sie ein schwieriges Unterfangen, was die Abwesenheit der Hauptperson unter den Trauergästen besonders unterstreicht.

Sie haben auch auf diese ungewöhnliche und schwierige Situation nicht nur sehr sensibel reagiert, sondern auch dafür wunderbare Worte gefunden. Dass Sie in nur zwei Stunden gemeinsamen Gesprächs mit meiner Mutter und mir und den wenigen Telefonaten unsere Familiensituation sehr genau erfasst haben, spricht für ein wirklich hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Menschenkenntnis, für das man Sie einfach nur bewundern kann. Mehr als in anderen Berufen kommt es bei Ihrer Profession, und als solche darf ich sie wirklich bezeichnen, auch auf gute Referenzen an, und so darf ich Ihnen zugleich wünschen, dies auch zu Ihrer eigenen Zufriedenheit und sehr lange bei noch vielen anderen Gelegenheiten unter Beweis stellen zu dürfen, wie Ihre eigene Seele dieses schwere Mitanderenmitgehen verkraften möge.

Ich danke Ihnen nochmals ganz herzlich und wünsche Ihnen, besser gesagt Ihnen beiden, denn mit Lutz zusammen sind Sie wirklich ein tolles Paar, alles Gute für die Zukunft. Für das, was Sie mir und meiner Familie in diesen schweren Stunden gegeben haben, werden wir Ihnen stets innig verbunden bleiben.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Kay S.

Rose